Ich habe einen Notfall, was tun?

- bewahren Sie Ruhe
- sichern Sie die Unfallstelle und
- schützen Sie sich selber (evtl. Maulkorb anziehen)


Überprüfen von:

a) Maulschleimhaut:                                       normal rosa
b) Füllungszeit bei Druck auf Schleimhaut:  normal max 2 Sek.
c) Temperatur rektal:  normal 38.5° - 39.0°
d) Herzfrequenz normal?  grosser Hund 70 - 120/min
mittlerer Hund 80 - 150/min
kleiner Hund 90 - 160/min
e) Atemfrequenz in Ruhe: normal 10 - 30x/min
   

Telefon Notfalltierarzt: Tierklinik AW 062 737 80 07
Toxikologisches Zentrum Zürich bei Vergiftung : Tel.  145

Achtung: Denken Sie immer an Beissgefahr durch Ihren eigenen Hund!!!!



Verschiedene Notfallbeispiele:


Magendrehung:

Symptome:
aufgeblähter Bauch, Unruhe, Bauchschmerzen, würgen, probiert zu erbrechen
Suchen Sie so schnell wie möglich den Tierarzt auf.

Therapie durch den Tierarzt:
Schocktherapie (Intravenöse Infusionen), Abgasen des geblähten Magen, Operation nach Stabilisation des Patienten


Bissverletzungen:

Besitzer:
Säubern Sie die Wunde mit sauberem Wasser, und scheren Sie die Haare um Wunde.
Bei Bisswunden im Brustkorb, in der Nähe von Gelenken und bei tiefen Bisswunden sollten Sie den Tierarzt aufsuchen. 

Therapie durch Tierarzt:
Scheren, reinigen der Wunde durch Spülung, Drainage und vernähen falls möglich


Hitzeschlag:

Symptome:
hecheln, reduzierter Allgemeinzustand (Schwäche, Kollaps, Bewusstlosigkeit), Temperatur > 40° C
Kühlen Sie Ihr Tier mit Wasser (Gartenschlauch, Brunnen, nasses Tuch....), und bringen Sie ihren Hund in den Schatten.

Suchen Sie ihren Tierarzt auf.

Therapie durch Tierarzt: intravenöse Infusion, kühlen, Medikamente, evtl. Sauerstoff

Prophylaxe: Lassen Sie Ihren Hund nie alleine in einem geschlossenen Auto lassen.


Vergiftung:

Mögliche Ursachen:
Schneckenkörner, Medikamente, Rattengift, zuviel Schokolade, Frostschutzmittel....
Symptome sind vielfältig: Erbrechen, Durchfall, Anfälle

Besitzer:
Falls der Hund schlucken kann: Eingabe von Aktivkohle
Suchen Sie schnell ihren Tierarzt auf und bringen sie die Verpackungen vvom Medikament, den Schneckenkörnern usw. mit.

Tierarzt:
innerhalb von 2 Stunden erbrechen auslösen, intravenöse Infusion, Medikamente (evtl. Antidot= Gegengift), bei schlimmen Fällen Magenspülung unter Narkose


Autounfall, Sturz:

Möglichkeiten von Knochenbrüchen, inneren Verletzungen (Blutungen), Lungentrauma, Harnwegsrupturen, Zwerchfellsriss, Schock....

Besitzer:
Transportieren Sie Ihr Tier ruhig (auf Brett oder Tuch), Achtung Beissgefahr, und suchen Sie ihren Tierarzt auf.

Therapie durch Tierarzt:
Schocktherapie (Infusion, Schmerzmittel, Antibiotika), weitere Abklärung (Röntgen, Ultraschall, Blutuntersuchungen...) notwendig, spezifische Therapie/Operation



Ängste / Phobien
(Feuerwerk, Gewitter, Schüsse)

Der 1. August rückt wieder einmal näher und wie jedes Jahr stellt sich die gleiche Frage:
Was kann ich machen, um meinem Hund diesen Tag erträglicher zu machen?

Wir haben einige hilfreiche Tipps für Sie zusammengestellt.

Wichtig ist, selber immer ruhig und gelassen zu bleiben. Durch Streicheln oder Zureden können die Ängste des Hundes sogar noch verstärkt werden. Der Hund darf neben dem Besitzer bleiben, sofern es den Hund beruhigt.

1. Möglichst dem Problem ausweichen: z.B. über 1. August ins Ausland fahren.

2. Früh anfangen zu üben: Sie können ihren jungen Hund ohne Erfahrung an Lärm gewöhnen, indem Sie während Lärm mit dem Hund viel spielen und dabei selber gelassen bleiben. Fangen Sie schon mehrere Wochen vor dem Ereignis an zu üben! (Desensibilisierung). Üben Sie das ganze Jahr hindurch weiter.

3. Den Hund im Auto lassen: Der Lärm ist dort gedämpft (günstiger, wenn das Auto in der Garage steht), der Hund assoziiert das Auto mit etwas Positivem (z.B. Spazierengehen). Zur Beschäftigung können Sie zusätzlich Leckerlis anbieten.

4. Der D.A.P.-Stecker ist unsere 1. Wahl: diese Beruhigungspheromone werden auch von der Mutterhündin produziert und abgegeben und beruhigen sowohl die Welpen als auch die erwachsenen Hunde. Der Stecker sollte mehrere Tage vor dem Ereignis eingesteckt werden.

5. Bereiten Sie möglichst schon mehrere Wochen vor dem Ereignis den Liegeplatz ihres Hundes in einem Raum mit möglichst wenigen Fenstern oder geschlossenen Rollläden vor. Der Hund sollte diesen neuen Liegeplatz mit etwas Positivem verbinden. Füttern Sie den Hund deshalb täglich an seinem neuen Platz oder geben Sie ihm dort etwas besonders Feines zu Fressen. Weiter können sich der D.A.P.-Stecker, Musik im Hintergrund oder ein laufender Fernseher positiv auswirken.

6. Ein angezogenes, enges T-Shirt soll auch beruhigend auf den Hund wirken.

7. Bachblüten: Notfalltropfen, Notfallbonbons. Diese sollten am gleichen Tag oder noch besser 1-2 Tage vorher verabreicht werden.

8. Pflanzen: Verabreichung von Hopfen-Kapseln mehrere Tage vor dem Ereignis.

9. Homöopathie sobald der Hund die ersten Anzeichen von Beunruhigung zeigt, einige Globuli verabreichen, kann bei Bedarf wiederholt werden. Sollte von einem Homöopath verschrieben werden.

10. Medikamente sind angezeigt, wenn der Hund zu stark gestresst ist, alles zerstören will, zu fliehen versucht oder auch, wenn die Angst  jedes Jahr zunimmt. Ausserdem wenn alle anderen milderen Mittel keine Wirkung mehr zeigen. Gerne beraten wir Sie, was für Ihren Hund am besten geeignet ist!

11. Verhaltenstherapie ist sicherlich angezeigt, wenn der Hund im Alltag vor vielen unterschiedlichen Geräuschen wie Gewitter, Verkehr und Schüssen Angst hat und diese Angst ein tägliches Problem darstellt. Die Verhaltenstherapie dauert mehrere Monate, ist sehr zeitintensiv und benötigt sehr viel Geduld. Ausserdem sollten die Zusammenhänge gut erklärt werden. Meistens wird die Verhaltenstherapie mit einem Medikament kombiniert.

12. Was geschieht, wenn Sie nichts machen? Hier besteht das Risiko der Sensibilisierung. Als Folge kann die Angst des Hundes jedes Jahr schlimmer werden. Der Hund kann sich nicht an ein Feuerwerk gewöhnen, wenn er nur 1-2x im Jahr damit konfrontiert wird.



Notfallnummer der Tierklinik AW : 062 737 80 07 (nur ausserhalb der Öffnungszeiten)

 






Tierklinik Aarau West
Muhenstrasse 56
5036 Oberentfelden
Tel: 062 737 80 00
Fax: 062 737 80 01
E-Mail: info@tierklinikaw.ch

Tel Notfall: 062 737 80 07