"Es ist wichtig, mit den Kunden auf der gleichen Linie zu sein."

Wie beeinflusst die Corona-Krise das Arbeitsverhalten in der Tierklinik Aarau West? Hat Covid-19 auch positive Nebeneffekte? Gina Steiner, Tierärztin der Tierklinik Aarau West, beantwortet die wichtigsten Fragen.

 

Wie hat sich das Arbeitsverhalten während der Corona-Krise verändert?

Wir arbeiteten in dieser Zeit eng in zwei kleinen Teams zusammen. Durch gegenseitiges Unterstützen konnten wir auch in den verkleinerten Teams das hohe Arbeitsaufkommen bewältigen. Als Tierklinik gehen wir gestärkt in die Zukunft, im Wissen, dass wir als        Team funktionieren. Überdies stand das Thema Distanz im Vordergrund. Bei der Behandlung des Tieres mussten die Tierbesitzer eine grössere Distanz als gewohnt tolerieren. Dabei war die richtige Kommunikation wichtig. Daraus konnten wir viele neue Erfahrungen gewinnen, die wir möglicherweise für die Zukunft weiterverwenden können.

 

Worauf legte die Tierklinik Aarau West in dieser ausserordentlichen Situation besonderen Wert?

Es war wichtig, dass wir mit den Kunden auf der gleichen Linie waren und uns wie immer zuvorkommend verhielten. Die                Tierbesitzer brachten uns weiterhin grosses Vertrauen entgegen, indem sie uns ihre Tiere übergaben. Dies zu spüren, war eine positive Erfahrung für uns alle.

 

Haben sich die Behandlungsprozesse angepasst?

Vor allem die Erhebung der Anamnese war anders als gewohnt. Diese fand nicht wie sonst im Sprechzimmer, sondern im Freien oder am Telefon statt, um gegenüber dem Kunden die vorgeschriebene Distanz einzuhalten.

 

Welche Bereiche werden sich in der gesamten Branche verändern? 

Die Hygiene ist essenziell. Es ist sinnvoll, die Handhygiene für Kunden auch nach diesen Zeiten zu gewährleisten und die Spender mit Desinfektionsmittel im Eingangsbereich fix zu installieren. Generell wird bei uns im Alltag die Handhygiene grossgeschrieben, da wir uns dies als Medinizalpersonen gewohnt sind.

 

Hat sich der Umgang im Team untereinander verändert?

Wir sind näher zusammengewachsen, da die Zusammenarbeit intensiv war. Die gegenseitige Hilfsbereitschaft und Unterstützung ist noch grösser geworden, beispielsweise haben die Tiermedizinischen Praxisassistenten (TPA) und nicht die Tierbesitzer das Tier während der klinischen Untersuchung gehalten. Ich schätze es sehr, viele Mitarbeitende in dieser Zeit noch besser kennengelernt zu haben.

 

Welche Punkte der neuen Arbeitsweisen wirken sich positiv auf das künftige Arbeitsumfeld aus?

Wir übernehmen das Hygienekonzept der Schweizerischen Vereinigung für Kleintiermedizin, das wir erfolgreich umsetzen, und schärfen das allgemeine Bewusstsein punkto Hygiene. Überdies wuchs das Verständnis füreinander in der Klinik, da wir in den kleinen Teams neue Kompetenzen übernahmen. Indem wir Tierärzte unter anderem das Empfangsteam unterstützten, gewannen wir einen guten Einblick in die Arbeitsweise der anderen Mitarbeitenden.

 

09. Juli 2020

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